Kreisvolkshochschule Norden

Webinare Kunstgeschichte

Webinare geben uns die Möglichkeit, hochkarätige Wissenschaftler_innen und Expert_innen für Vorträge in Norden zu gewinnen. Denn die Dozent_innen reisen nicht selbst an, sondern ihr Vortrag wird live über das Internet auf eine Großbildleinwand in der KVHS Norden übertragen.

Die Referent_innen lehren und forschen an Universitäten oder an anderen wissenschaftlichen Institutionen. Sie haben hier die Möglichkeit, am neuesten Stand von Forschung und Lehre teilzuhaben, können Fragen stellen, diskutieren und Ihr Wissen über diese Wissenschaftsfelder vertiefen.

Die Webinare werden in Kooperation mit der vhs Böblingen/Sindelfingen angeboten.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt beträgt 5 Euro.

Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts

Im 17. Jahrhundert erlebten die Niederlande eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit, die in der Forschung häufig als „Goldenes Zeitalter“ bezeichnet wurde. Die große Nachfrage nach bestimmten Bildsujets führte zu einer motivi-schen Spezialisierung zahlreicher Künstler und einer damit unmittelbar verbundenen Herausbildung bzw. Etablierung der Malereigattungen Landschaft, Genre und Stillleben. Ganze Generationen von Malern in Amsterdam, Utrecht, Delft etc. bedienten – gruppiert zu unterschiedlichen Schulen – einen Kunstmarkt, der sowohl stilistischen als auch in besonderem Maße ikonographisch-ikonologischen Innovationen aufgeschlossen war.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Kunstverein Norden statt.

Peter Paul Rubens

Dienstag, 26. September 2017, 18:45 Uhr
Prof. Dr. Nils Büttner, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Peter Paul Rubens (1577 - 1640) war nicht nur ein überragender Maler, er war auch eine der herausragenden Persönlichkeiten seiner Zeit. Die Beschäftigung mit seinem Leben und Werk ermöglicht mannigfaltige Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte des Barock. Umfassend gebildet und mehrsprachig war er an den außenpolitisch umwälzenden Entwicklungen seiner Epoche interessiert. Er schuf Porträts, Landschaften und politische Allegorien, vor allem aber Darstellungen mythologischer Szenen und fromme Werke aus dem Geist der katholischen Reform. Rubens verkehrte mit Königen und Fürsten, er bewegte sich auf den politischen Bühnen Europas und korrespondierte mit den Intellektuellen seiner Zeit. Abgesehen von Rubens‘ umfangreichem und vielfältigem, künstlerischem Schaffen, avancierte er in den frühen zwanziger Jahren auch zu einem der angesehensten Diplomaten des 17. Jahrhunderts. Als Ratgeber und Unterhändler entfaltete er im Einklang mit den Interessen seiner Vaterstadt Antwerpen und der Landesherren in Brüssel an den Höfen in Madrid, Paris, Den Haag und London seine Vision eines geeinten Europas. Gemälde, aber auch Zeichnungen, Tapisserien, Buchillustrationen, Grafiken und Briefe gaben seinen politischen Ideen weit über Europa hinaus einprägsame Gestalt. In Rubens Leben wie in seiner Kunst spiegelt sich die Leidenschaft einer bewegten Epoche.

Das Webinar zeichnet anhand ausgewählter Werke aus den verschiedenen Schaffensperioden Rubens Leben nach und vermittelt einen vertieften Einblick in sein OEuvre.

Rembrandt van Rijn

Termin: Dienstag, 7. November 2017, 18:45 Uhr
Prof. Nils Büttner,
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Die Bewunderung für Rembrandt ist bald 350 Jahre nach seinem Tod ungebrochen. Seine Werke sind im digitalen Zeitalter omnipräsent, Ausstellungen seiner Bilder und Graphiken brechen Besucherrekorde. Neben seinen zu Recht gerühmten Werken zeugen zahlreiche Urkunden und Dokumente von Rembrandts irdischer Existenz und liefern den Stoff für eine überaus spannende Darstellung von Leben und Schaffen des niederländischen Malers.
Rembrandts Werke fallen vor allem durch den bestimmenden Helldunkel-Kontrast auf, d.h. seine besondere Art, Licht und Schatten einzusetzen und dadurch oft starke Kontraste zu erzeugen, macht seine Bilder überaus lebendig und dramatisch. Sein ganzes Leben arbeitete er an seiner Kunst, indem er immer wieder Neues wagte und seine Techniken in Radierung, Zeichnung und Malerei perfektionierte. Stets war er darum bemüht, die Betrachter seiner Bilder auch emotional anzurühren. Will man den Berichten seiner Zeitgenossen glauben, ist ihm dies in herausragender Weise gelungen und bis heute haben seine bewegenden Bilder kaum an Wirkung eingebüßt.
Das Webinar zeichnet anhand ausgewählter Werke das Leben Rembrandts nach und stellt einen Teil seines künstlerischen Werks vor.

Jacob Jordaens

Termin: Dienstag, 5. Dezember 2017, 18:45 Uhr
Prof. Dr. Birgit Ulrike Münch, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Jacob Jordaens war neben Peter Paul Rubens und Anthonis van Dyck einer der drei wichtigsten flämischen Barockkünstler, welche die "Antwerpener Malerschule" im 17. Jahrhundert maßgeblich prägten. Das vielschichtige Oeuvre des Malers Jacob Jordaens (1593-1678) ist in der kunsthistorischen Forschung trotz diverser Ausstellungen, Werkkataloge und spektakulärer aktueller Neufunde von Teppichentwürfen noch immer vergleichsweise unterrepräsentiert. Dies ist umso verwunderlicher, da er Rubens um vier Jahrzehnte überlebte und nach dessen Tod die bedeutendste Künstlerwerkstatt in der Scheldestadt betrieb. Jacob Jordaens arbeitete für die Kirche und für hohe weltliche Auftraggeber: 1637/38 etwa malte er monumentale Gemälde für das Jagdschloss "Torre de la Parada" nahe Madrid. 1651 einen "Triumph des Prinzen Friedrich-Heinrich von Nassau" für den Oranjezaal des Huis ten Bosch in Den Haag. Die Autoren von Künstlerviten stilisierten Jacob Jordaens gerne als Meister derber Szenen, der jedoch nicht ein ausgewiesener Künstler der Historienmalerei gewesen sei. Zwar war er vielfach als Maler von bäuerlichen Genreszenen tätig,verwob in diesen jedoch humanistisch anspruchsvolle Themen und schuf parallel bedeutende mythologische Szenen. Diese aber setzte er nicht, wie es im 17. Jahrhundert üblich war, in bescheidenen Kleinformaten um, sondern brachte sie mit kräftigem Pinselstrich und sinnenfrohem Kolorit auf große Leinwände. Darüber hinaus war er als Entwerfer für Druckgraphik und Tapisserie viel beschäftigt. Und auch die ephemere Kunst kam nicht zu kurz: Schon 1634 etwa wies der Magistrat der Stadt Antwerpen Jacob Jordaens die Aufgabe zu, den festlichen Einzug des Kardinalinfanten Ferdinand zu einem grandiosen Gesamtkunstwerk auszugestalten. Im Webinar werden sein Leben sowie sein künstlerisches Werk vorgestellt.

Jan Vermeer

Termin: Dienstag, 6. Februar 2018, 18:45 Uhr
Dr. Ariane Koller, Universität Bern

Jan Vermeer (1632-1675) gilt als einer der bedeutendsten Maler des 17. Jahrhunderts und hat die Vorstellung eines Goldenen Zeitalters der niederländischen Kunst wie kaum ein anderer bestimmt. Seine innovativen und bis heute faszinierenden Bildideen entwickelte er in der holländischen Stadt Delft, die ab den 1650er Jahren zu einem wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentrum der noch jungen Republik der Vereinigten Niederlande avancierte.
Obwohl nur etwa 40 Gemälde Vermeers erhalten sind, weist sein Œuvre eine enorme motivische Bandbreite auf, die von Bildern musizierender, lesender, arbeitender oder trinkender Frauen über Schilderungen seiner Heimatstadt bis hin zu vielschichtigen Darstellungen der Religion, der Malkunst und der Wissenschaft reicht. All seinen Werken ist dabei ein ausgeprägtes Interesse an der Wiedergabe des Lichts, an stofflichen Strukturen und an den Gesetzen der Perspektive eigen – beinahe fotografische Qualitäten, die auf den künstlerischen Einsatz einer sogenannten Camera obscura und weiterer optischer Geräte hindeuten.
Das Webinar widmet sich mit Blick auf die historischen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge Jan Vermeers eindringlichen und kontemplativen, oft rätselhaften Bildwelten.

Termin: Dienstag, 6. Februar 2018, 19:00 – 20:00 Uhr

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