Kreisvolkshochschule Norden

Webinare Kunstgeschichte

Webinare geben uns die Möglichkeit, hochkarätige Wissenschaftler_innen und Expert_innen für Vorträge in Norden zu gewinnen. Denn die Dozent_innen reisen nicht selbst an, sondern ihr Vortrag wird live über das Internet auf eine Großbildleinwand in der KVHS Norden übertragen.

Die Referent_innen lehren und forschen an Universitäten oder an anderen wissenschaftlichen Institutionen. Sie haben hier die Möglichkeit, am neuesten Stand von Forschung und Lehre teilzuhaben, können Fragen stellen, diskutieren und Ihr Wissen über diese Wissenschaftsfelder vertiefen.

Die Webinare werden in Kooperation mit der vhs Böblingen/Sindelfingen angeboten.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt beträgt 5 Euro.

Die Kunst des Expressionismus

Brücke und Blauer Reiter - Künstler und Programme

Thema in diesem Semester ist der Expressionismus als vorherrschende Kunstrichtung am Anfang des 20. Jahrhunderts. Für die Expressionisten diente die Malerei dem Ausdruck der eigenen Gefühle und Empfindungen. Kennzeichnend für diese Kunstrichtung ist nicht nur die spontane und direkte Malweise, sondern auch der freie Umgang mit Form und eine starke Farbigkeit. In Deutschland wurde der Expressionismus vor allem durch die beiden Künstlervereinigungen „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ geprägt. Dementsprechend stehen die Programme und Künstler dieser Gruppen im Zentrum der Vortragsreihe.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit dem Kunstverein Norden statt.

Ernst Ludwig Kirchner

Dienstag, 14. März 2017, 18:45 Uhr
Lizzy Blasius M.A., Brücke-Museum Berlin

Kaum ein Künstler ist so eng mit der Kunst des deutschen Expressionismus verbunden wie der 1880 in Aschaffenburg geborene Maler Ernst Ludwig Kirchner. Als Mitbegründer der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergruppe „Brücke“ initiierte er eine beispiellose Vereinigung, die sich gegen Konventionen und akademische Regeln der Kunstakademien stellte und für eine neue, unmittelbare und unverfälschte Kunst eintrat. Die „Brücke“ existierte von 1905 bis 1913 – Kirchner war von Beginn an bis zu ihrer Auflösung dabei. In dieser Zeit entwickelte er gemeinsam mit seinen Gruppenkollegen eine dynamisch-expressive Malweise, die sich durch einen flächigen, skizzenhaften Farbauftrag auszeichnet und die heute als so typisch für die „Brücke“-Kunst und den Expressionismus im Allgemeinen steht. Nach 1913 bis zu seinem Freitod im Jahr 1938 in Davos gelangte Kirchner von einer Hochphase der expressiven Kunst, umgesetzt in den berühmten Berliner Straßenszenen, zu einer zunehmend abstrakteren, statischen Bildsprache während seiner letzten Schaffenszeit in den Schweizer Bergen.
Der Vortrag stellt die künstlerische Entwicklung Ernst Ludwig Kirchners sowie seine Rolle in der Künstlergruppe „Brücke“ und im Kunstgeschehen zwischen beiden Weltkriegen anhand ausgewählter Dokumente und Kunstwerke dar.

Wassily Kandinsky

Termin: Dienstag, 4. April 2017, 18:45 Uhr
Dr. Bernhard Wehlen, Universität des Saarlandes

Wassily Kandinsky darf als einer der wichtigsten Künstler der Moderne gelten. Er studierte zunächst Rechtswissenschaften und schrieb eine Dissertation „Über die Gesetzmäßigkeit der Arbeiterlöhne“. Dennoch entschließt er sich für ein Leben als Maler. Kandinsky wurde 1866 in Moskau geboren, lebte ab 1896 und bis 1933 in Deutschland, danach in Neuilly-sur-Seine bei Paris, wo er 1944 starb. Er gehört zu den Pionieren einer abstrakten Kunst, die er ab 1911, in der Zeit des „Blauen Reiters“, geradezu systematisch entwickelte, begleitet von Publikationen wie „Über das Geistige in der Kunst“. Das Webinar wird sich auf die Jahre 1905 bis 1915 in München und Murnau konzentrieren, um die besondere Entwicklung der Kunst Kandinskys vor dem Hintergrund des Expressionismus zu verdeutlichen.

August Macke:Blauer Reiter und Rheinischer Expressionismus

Termin: Dienstag, 9. Mai 2017, 18:45 Uhr
Dr. Beate Marks-Hanßen, Freiberufliche Kuratorin und Kunstvermittlerin, u. A. im August Macke Haus, Bonn

August Macke zählt zu den weltweit bedeutendsten Künstlern der klassischen Moderne und den populärsten deutschen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Sein in nur wenigen Jahren entstandenes umfangreiches Werk mit nahezu 600 Ölgemälden, ebenso vielen Aquarellen und fast 9.000 Zeichnungen zeichnet sich durch eine einzigartige und unverwechselbare Handschrift aus und gehört zu den größten Leistungen des Expressionismus. Zentral und signifikant für August Macke ist die Entfaltung der Farbe und ihrer Leuchtkraft; sein zentrales Motiv ist die Einheit von Mensch und Natur. Die von ihm tief empfundene Schönheit des Lebens und der Welt übersetzte er in harmonische, paradiesisch anmutende Bildwelten, die seine positive Lebensauffassung und Daseinsfreude vermitteln. Seine entscheidenden künstlerischen Entwicklungsjahre hat August Macke in Bonn verbracht. Von hier aus entfaltete er auch seine vielfältigen kunstpolitischen Aktivitäten, die über das Rheinland hinaus nach München, Berlin bis nach Paris wirkten. Mit der von ihm 1913 in Bonn initiierten und organisierten "Ausstellung Rheinischer Expressionisten" gelang es ihm, die westdeutsche Avantgarde im Kontext der eng vernetzten expressionistischen Gesamtbewegung zu formieren und ihr ein Etikett zu geben, das sowohl regionale als auch künstlerische Identität stiftete und das Rheinland endgültig als weiteres Zentrum der jungen expressionistischen Kunst neben Berlin und München etablierte. Zudem gehörte er neben Franz Marc und Wassily Kandinsky zu den maßgeblichen Mitgliedern des Blauen Reiters und lieferte markante Beiträge zu programmatischen Schriften der progressiven und international orientierten Künstler. Das Webinar stellt Leben und Werk August Mackes im Kontext des Blauen Reiters und des "Rheinischen Expressionismus" vor.

Franz Marc und der Blaue Reite

Termin: Dienstag, 27. Juni 2017, 18:45 Uhr
Dr. Katja Amato, Schlossmuseum Murnau

Franz Marc (1880 – 1916) gilt wie kaum ein anderer als Botschafter der Moderne. Seine Tierbilder haben sich in ein kollektives Gedächtnis eingeprägt und stehen für den Aufbruch der Kunst in eine neue Epoche. In ihrer scheinbaren Idylle boten die farbenfrohen Werke Marcs einen erleichterten Zugang zu einer neuen Farb- und Formensprache und bereiteten den Boden zur Akzeptanz von Abstraktion und Deformation im Kunstverständnis der Nachkriegszeit. Bis heute halten die große Popularität und Faszination für den Künstler an.

Franz Marc entwickelte als Mitbegründer der Redaktionsgemeinschaft „Der Blaue Reiter“ aus Stilelementen des Fauvismus, Kubismus, Futurismus und Orphismus einen eigenen Stil. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Maler des Expressionismus in Deutschland.

Ausgehend von Bildern des Künstlers wird im Webinar ein Verständnis der Intentionen des Blauen Reiters erarbeitet - auch im Hinblick auf die Entwicklung folgender Stilepochen des 20. Jahrhunderts.

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